Moritaten 2020

 

In unserem ersten Stückl geht es um eine Hochzeit,
wobei die ganze Geschichte schon 10 Tage vorher beginnt.

Der "Brauderer" war auf dem Beilngrieser Volksfest, zum Blasmusik-Battle und

Nach ausgiebiger Feier war er sehr geschwäääächt,
bei der Heimfahrt midm Radl hobm 5 Mass sich gerächt.

Da fuhr er am Kanal seinem Ufer entlang.
Das Wasser zog ihn magisch an.
Kopfüber flog Andreas dann mit dem Tenoooorhoooorn
Die Muskeln des linken Auges san ringsrum blau worn

 

Auf die Melodie "Die Vogelhochzeit" und dem Zwischengesang auf "Schuld sind deine Himmelblauen Augen" konnte dann die eigentliche Hochzeit nachverfolgt werden.

 

Draußen vor dem Gotteshaus,
Bischof Mixa steigt vom Auto aus.
Die Liedauswahl so exquisit,
die Organistin hat koa Noten mit.
Die Kirche fing erst später an,
als ihr Mann mit den richtigen Noten kam.
Zwei Stunden lang der Bischof spricht,
er ging mit beiden ins Gericht.

Die Zeit sie drängt, die Knedl warten,
auf geht’s nach Herrnried wir starten.
Der Bischof in der Sakristei
der woas des Ziel ned mei o mei.
Eiglohn homs me des is blöd,
doch I kenn den Ort ned wo des Wirtshaus steht.

Die Moral von dera Gschicht, heut amal die Fanny spricht:

Den Bischof vergessen, die Augen blau,
d´Hauptsach is mei Bua hod a Frau.

 



 In unserer nächsten G´schicht geht es um einen Dietfurter Vereinund um dessen recht "hartnäckige" Mitgliederwerbung. 

 Der Mich vom TSV,
kennt seine Jubilare ganz genau
Frühling ist´s am 13. März,
zum Gratulieren geht´s, das ist kein Scherz.
Beim Moartl läut er glei,
hod Karte und an Sekt dabei.

Zum 50ten er gratuliert,
hat sich jedoch im Datum g´irrt.
Genau ein halbes Jahr zu früh,
so schnell war der Mich noch nie.

 

Sommer wird’s in ganz Parleithen,
der TSV duad wieder läuten.
Der Mich tut sich noch immer schämen,
die Michaela muas nun übernehmen.
Diesmal ist Vater Oswald dran,
er seinen 80ten Geburtstag feiern kann.

Mit Karte und Sekt sie vor der Türe steht,
nur diesmal einen Tag zu spät.
Die Micha nimmt´s nicht so genau,
Oswald ist nicht mal Mitglied beim TSV.

Es wird Herbst in ganz Parleithen,
der TSV duad a dritt´s mal läuten.
Diesmal darf der Mich wieder ran,
blamier´n er sich auch selber kann.

Pünktlich und dem richtigen Mann
er Karte und Sekt überreichen kann.

 



Nun folgt eine etwas längere Moritat über mehrere "Ereignisse" im Zusammenhang mit der 150-Jahr-Feier der Kolpingfamilie Dietfurt: 

Es war im Mai im letzten Jahr.
Der Kirchbaum frisch gestrichen war.
Plötzlich es in Strömen goss,
die Farbenpracht wieder herunterfloss.

Die Farb wurd fest auf der Unterlag
Der Papperdeckel nicht mehr weggehn mag.
Man hat den Baum ganz abgeschliffen.
Und mit frischer Farbe neu gestrichen

Vater Kolping wäre stolz, Vater Kolping wäre stolz.

 

Zur Werbung klebt man Plakate auf
die Plakatständer mit Kleister drauf.
Es regnet leicht aus Richtung West,
der Kleister war nicht wasserfest.

Des nasse aufgeweichte Zeich
holn sie mit Woifes Hänger gleich
Die Kurve nehmen sie mit Schwung
und werfen gleich den Hänger um.


Vater Kolping wäre stolz, Vater Kolping wäre stolz.

Der Bene mit Hänger glei,
kommt und sammelt die Plakate ei.
Dahoam den Hänger schnell abg´hängt
Wegg´fahrn und nicht an den Stecker denkt.

Vater Kolping wäre stolz, Vater Kolping wäre stolz.

Das Spielmobil g´hört dem Jugendring
Wann muas i bringa z´ruck des Ding
Gestern hätt´s schon sollen sein,
drum steigt Lukas ins Auto ein.

 Die Reise geht nach Eichstätt los
Er bringt glei z´ruck des Rieseng´schoss
Er stellt´s eana am Parkplatz hin.
Hoffentlich is alles drin.

 Z´ruck fahrt er nach Dietfurt schneiiii
Biagt mit Schwung in Festplatz eiiii.
Du muasd numoi nach Eichstätt foarn,
Das den Hängerschlüssel aa nu hobm.

Vater Kolping wäre stolz, Vater Kolping wäre stolz.

 



Zu guter Letzt durfte natürlich die anstehende Bürgermeisterwahl nicht fehlen. Um die "politische Neutralität" zu wahren, wurden neben der amtierenden Bürgermeisterin auch den drei Kandidaten/Innen ausreichend Gelegenheit gegeben, bei aktuellen Mißgeschicken zu fragen:

Was geht des eich an, des geht euch gar nix an,
wir singen nur davon ein Lied.
Wir san uns sicher, dass es mit uns, so etwas nicht wieder gibt!

 

2020 da gibt es viele Feste,
schönes Wetter wollen sie für ihre Gäste.
Damit dem nichts im Wege steht,
Braucht man nen Schirmherrn der wo sein Amt versteht.

 Als Schirmherr brauchst du große Fähigkeiten
Den Termin muss man eintragen beizeiten.
Die Feuerwehr aus Mallerstehn,
is im leeetzten Jahr scho bei mir g´wehn.

oder

Dietfurt hod koan Kaiser mehr,
wo kriagma jetz an neia Herrscher her?
In sieben Täler hod ma Mönche g´schickt
Da wird doch gleich der Hund im Wok verrückt.

Die Kandidaten hobm sich vielleicht ned traut,
hobm Angst g´habt das es vom Kaiserwogn rohaut.
Letztes Jahr beim Umzug is passiert,
vom Kaiserwogn a Reifen d´Luft verliert.

 Aktionismus war nun angesagt,
sonst startet der Umzug noch zu spaad
Ja der Sepp hod heufa wolln,
und vom Hans an Reifen g´stolln.

 oder

Viele Leute wollen bei uns bauen,
auf den Höhen und auch in den Auen.
Da g´hörn sich alte Häuser weg,
abgerissen für den guten Zweck.

Die Plätze die sind ziemlich rar,
wenn nur der hohe Bauplatzpreis ned waar.
In den umliegenden Orten,
tuns auf so manchen Bauplatz auch schon worten.

 Auch der Ilse war der Bauplatz viel zu teuer,
am Chinesenfasching gabs bei ihr kein Parkplatz heuer.
Denn wär die Stadt a bisserl schlauer,
wär bei der Ilse koa Chinesenmauer.

 

oder

Die Stromtrasse g´hört unterd Straß nei
Dann bleibt der Mallerstetter Berg im Winter eisfrei
Der Sepp muss kein Salz mehr strahn
Man für den Umweltschutz nicht noch mehr machen kann.

Ein zweiter Vorteil vom Kabel drin im Bod´n
Die E-Auto´s wern unterm fahren glon
Teure Ladestationen brauch ma keine mehr
blos am Mallerstetter Berg waar a bisserl viel Verkehr.

Auch andere dahn davon profitiern
Der Franz muss im Winter nicht mehr frier´n
Weil er für den teuren Tesla keine Winterreifen kaaft
Er lieber zu Fuß den verschneiten Berg naaf laaft.

Der Steff tut sich erbarmen
Mit´m Feinstaubdiesel tut er ihn heimfahren.
Da wärs noch besser wenn der Franz zu Fuß heimgeht
Denn Klimaneutral ist Stefans Diesel ned.